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Reiseberichte
Irland, 30.05. - 13.06.1998
1. Tag, Samstag 30.05.1998
Die 98er Reise begann mit einem echten Höhepunkt. Ich saß noch nie in einem Flugzeug einfach nur, weil ich nun mal einer von den wenigen bin, die (bis dahin) extreme Flugangst hatten. Da ich zu meinem 35ten Geburtstag nun von allen meinen Freunden und Bekannten Geld geschenkt bekommen hatte, welches ich aber nur für ein Flugticket ausgeben durfte, blieb mir nichts anderes übrig, als dieses auch endlich einzulösen. So checkte ich also Monate vorher im Reisebüro, wie, wann, wo weshalb und überhaupt... ich habe die Reiseformalitäten jedenfalls fast im Alleingang geplant, als hätte ich noch nie etwas anderes gemacht. Erst am Flughafen, als der Flieger dann noch fast drei Stunden Verspätung hatte, begannen langsam die Nerven zu flattern, und als ich endlich im Flieger saß, tropfte mir der Schweiß aus allen Öffnungen. Zum Glück hatten wir zwecks Beziehungen einen Platz ganz vorne bekommen (wo mich hinter dem Vorhang auch niemand sehen konnte). Der Start war höllisch unangenehm aber als wir schließlich ganz oben waren, klebte ich förmlich an der Scheibe fest und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die Landung am Shannon-Airport verlief glatt und nachdem wir am Schalter des Autovermieters ebenfalls alles klar gemacht hatten, folgte der nächste Höhepunkt:

für die kommenden zwei Wochen war Linksverkehr angesagt. Ich war nun schon zwei mal mit dem eigenen Auto dort gewesen und es war gar nicht so schwer. Gerade dann, wenn man leichtsinnig wird, fährt man auch promt falsch in den Kreisverkehr hinein... aber dann kann man es. Dies geschah dieses Mal nicht, aber ich habe an den ersten beiden Tagen wirklich alle Hecken und Gräben links neben mir mitgenommen, die es gab.
Nach dem wir nun also reichlich Verspätung hatten, fiel die samstägige Autofahrt auch sehr kurz aus. Wir landeten im etwa 30 km entfernten Ennis. Nachdem wir sehr schnell ein passendes B&B gefunden hatten, konnten wir es dann kaum noch abwarten ins Städtchen zu wandern, nach einem geeigneten Restaurant Ausschau zu halten und uns so ganz nebenbei schon einmal das Pub-Angebot zu kümmern. Förmlich verkümmert sind wir dann auch schließlich nach diversen Pints. Irgendwie gab es an diesem Abend keine Polizeistunde, völlig ungewohnt, wir rechneten jeden Moment damit und bestellten immer noch mal schnell ein Pint nach, denn es hätte ja das letzte sein können.
Übrigens, was uns natürlich sofort aufgefallen ist: das sehr gute Wetter, alle liefen selbst in der Nacht noch mit T-Shirts und kurzen Hosen herum. Welch ein Urlaubsstart!

Noch einige Ausflugstips:
  • Auf der Strecke zwischen Shannon Airport und Ennis liegen die Ruinen eines Alten Klosters
  • Kilkee, ein kleiner Badeort liegt an der Mündung des Shannon in den Atlantik.


2. Tag, Sonntag 31.05.1998
Dies änderte sich schnell. Nach einem halben Irish Breakfast, die Saussages lassen wir grundsätzlich weg, verluden wir unser Gepäck bei Nieselregen ins Auto und machten uns als dann auf ins Connemara, natürlich nicht ohne vorher noch einmal die Cliffs gesehen zu haben. Man stelle sich vor, wir waren vorher schon zwei mal hier und jedes Mal habe ich die Cliffs bei Sonnenschein sehen können und meine Miturlauberin Gabi, sie war bei den vorherigen beiden Reisen ebenfalls mit dabei, musste an diesem Tage immer etwas anderes machen - und als sie dann Zeit für die Cliffs hatte, regnete es natürlich. So auch dieses Mal. Das Foto stammt aus einem der früheren Urlaube. Weiter ging es durch die karge Landschaft des Burren. Wir umfuhren Galway um endlich unsere heutige Etappe, Spiddal, zu erreichen. Die Stimmung wurde besser, da auch endlich das Wetter besser wurde. Ein hervorragendes B%B rundete die Stimmung schließlich ab. Spiddal selbst ist ein kleines verträumtes Anglerstädtchen. Es liegt noch am Rande des Connemara unweit von Galway aber ein guter Ausgangspunkt für diverse Ausflüge ins umliegende Hinterland und nicht zuletzt unweit des Hafens von Rossaveel, von wo aus man mit einer kleinen Fähre auf die Aran-Islands übersetzten kann.
Nachdem wir nun die ganz nahe Umgebung von Spiddal erkundet hatten, der kleine Hafen und ein weiteterer kleiner Hafen eine Bucht weiter gelegen, verlief der Abend wie der vergangene. Nach einem deftigen Essen im Pub folgten einige Pints und...

Noch einige Ausflugstips:
  • Wer Zeit hat, sollte noch einige Tage im Connemara verweilen. Was es dort noch zu sehen gibt, findet Ihr hier.
An dieser Stelle muß ich doch mal etwas zu den kulinarischen Geflogenheiten des Landes loswerden. Die gastronomischen Verhältnisse in Irland haben sich im Laufe der vergangenen Jahr schon gewaltig verändert, ja man kann jetzt richtig essen. Wo man doch vor Jahren noch zu jeder Lasagne Rice oder Chips gereicht bekam und selbst bei so manchem Chinesen der Reis nur im Kleingedruckten unter der Speisekarte stand, hat man sich doch ein wenig an die Originalrezepte heran getastet. Da macht es nichts weiter, dass der alteingesessene Ire die Chips immer noch am allerliebsten mit Essig, Majo und Ketchup, eingewickelt in einer Tageszeitung mag! Wohl gemerkt, dass sind meine ganz persönlichen Eindrücke meiner ersten beiden Reisen und so will ich es auf gar keinen Fall verallgemeinern. Vielleicht war ich ja nur zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort.


3. Tag, Montag 01.06.1998
Zeitiges Aufstehen ist angesagt, denn um 10.00 Uhr legt das Fährschiff ab. Ich mag ja morgens ungerne deftiges und fettiges Frühstück, aber hier freue ich mich jeden morgen auf Bacon & Eggs mit einer leicht gebratenen warmen Tomate, Toast, bittere Aprikosenmarmelade und dünnem Kaffee - nur keine Saussages! Und nicht schon wieder schlechtes Wetter... das ist eben Irland. Der Weg nach Rossaveel ist gar nicht so einfach. Am letzten Abzweig noch einmal rechts ab, der Beschilderung folgend, obwohl wir hätten links gemusst, suchten wir zuerst vergebens den Hafen. Erst der Logik folgend, das Meer ist doch links, sahen wir unseren Irrtum ein und erreichten unser Ziel doch noch. Die raue See versprach keine gemütliche Überfahrt aber es gab genug zu sehen um das Schaukeln schnell zu vergessen. Und da war sie auch schon, die Größte der Aran-Islands, Inishmore!
Voller Spannung, fast so als würde man einen neuen Kontinent betreten. Es war immerhin der dritte Versuch auf eine der Inseln zu gelangen. Wir wurden fürstlich belohnt. Während des fünfstündigen Aufenthaltes wurde uns fast nur gutes Wetter beschert und natürlich eine Menge an Sehenswürdigkeiten, die wir natürlich nicht alle schafften, genau genommen beschränkten wir uns auf eine dieser Sehenswürdigkeiten, dem Fort, zu erreichen mit einem langen Fußmarsch. Einfacher geht es übrigens mit einer der vielen Kutschen, die am Hafen mit Ihren Führern auf die ankommenden Touristen warten und komplette Inselumrundungen anbieten.

4. Tag, Dienstag 02.06.1998
Ein Blick aus dem Fenster verrät mir: schon wieder schlechtes Wetter... unser heutiges Reiseziel soll heißen Ballina im County Mayo, es wir allerdings Killala, einige Kilometer weiter direkt an der Küste. Wir umfahren das Connemara auf einer Schnellstraße um erst einmal zügig voran zu kommen. Die folgenden Kilometer sind wenig interessant. Das mag sicher auch am Wetter liegen. Wir haben wirklich keine Lust auszusteigen und so eignet sich dieser Tag so richtig zu Autofahren. Erst als wir kurz vor unserem Ziel sind, lockert der Himmel endlich auf und die Sonne sticht durch. Genau richtig am Lough Conn um eine lange, wohlverdiente Pause einzulegen. Eine Feststellung, die scheinbar immer noch Gültigkeit hat: je weiter wir nach Norden vordringen, um so weniger Touristen begegnen uns. Und die beiden Pärchen, die uns am Lough Conn während des Pikniks begegneten, kamen natürlich aus Deutschland. Im Grunde genommen sind es zwei Seen, der Lough Conn und der Lough Cullin.

Sie sind durch einen schmalen Zufluss voneinander getrennt. An dieser schmalen Enge führt eine Straße über eine Brücke nach Pontoon, einem beliebten Anglerzentrum. Von der Brücke hat man eine wundervolle Aussicht über beide Seen. Übrigens ist in beiden Seen freies Fischen erlaubt. Folgt man der Straße (R 315) so gelangt man nach Crossmolina. Unter anderem ist hier ein Hinweis auf ein National Monument, die Ruine der Errew Abbey auf einer Landzunge am Lough Conn gelegen. Tut es Euch nicht an, die letzten 200 Meter legt man auf einer Kuhwiese zurück. Man kann sich vor Kuhfladen kaum retten und zu sehen bekommt man rein gar nichts! Wir fahren auch lieber weiter um in Ballina nach einer passenden Unterkunft Ausschau zu halten. Ballina liegt inmitten einer Moorgegend am River Moy und ist die größte Stadt in der Grafschaft Mayo und zugleich Marktzentrum für das umliegende Hinterland. Uns war es zu hektisch und zu voll, also zogen wir weiter an die Küste. Es war wohl purer Zufall, dass wir in Killala landeten. Ein schmuckes gemütliches kleines Städtchen. Einige Restaurants, einige Pubs und eine Menge an Sehenswürdigkeiten in und um Killala. Genau richtig für uns und so beschlossen wir, einen weiteren Tag hier zu bleiben. Unser B&B lag unterhalb der Stadt an der alten Kaymauer. Palmen wucherten in dem schicken Vorgarten unserer Unterkunft und direkt dahinter befindet sich ein 25 Meter hoher, sehr gut erhaltener Rundturm.

5. Tag, Mittwoch 03.06.1998
Das schöne Wetter versüßte uns den Morgen. Langsam gingen wir den Tag an. Es gab einige wirkliche Höhepunkte an diesem Tag zu erkunden. Etwa 6 km weiter der Straße folgend gelangten wir zum Downpatrick Head,
einer wilden Felsenküste. Sie ist zwar in der Höhe nicht mit den Slieve League oder den Cliffs of Moher zu vergleichen sind dafür aber einfach wild romantisch. In den Felsspalten kann man brütende Vögel beobachten und wenn man ganz am Rand steht, muß man schon aufpassen dass einem nicht schwindelig wird. Zurück geht die Fahrt über eine kleine Küstenstraße. Wir passieren das kleine Fischernest Rathlacken und finden schließlich entlang eines riesigen Strandes in einer Bucht gelegen zurück auf die Hauptstraße. Nördlich von Killala befindet sich Rosserk Friary, ein sehr gut erhaltenes Franziskanerkloster aus dem 15. Jh. Hier ist es nun an der Zeit ein wenig Mittagsruhe in der Sonne zu halten, nachdem wir unser Lunchpaket vertilgt haben.
Eigentlich wird es Zeit einen Tag lang mal gar nichts zu unternehmen. Aber das ist schwer, denn Irland und seine Sehenswürdigkeiten verführen ja förmlich dazu, keine Rast zu machen. Unser Ziel ist ja außerdem Donegal, wo wir wirklich länger bleiben wollen. Dann wird schon das eine oder andere Stündchen mal zu relaxen abfallen. Schon morgen ist es soweit. Das Ziel heist "Letterkenny". Aber vorher heist es wieder einmal gemütlich speisen (wir haben einen Pub mit einheimischen Spezialitäten ausfindig gemacht... nein kein Guinnes und auch kein Smithwicks) - aber das gibt's danach.


Noch einige Ausflugstips:

  • Fährt man von Killala in westlicher Richtung weiter, so gelangt man zum Atlantik Drive. Ihn kann man auf einer Rundtour befahren. Die recht einsame Straße führt am Meer entlang. Karge Steinlandschaft wechselt sich hier mit farbenfrohen Wiesen und Hügeln ab. Hinter jeder Kurve hat man einen neuen, atemberaubenden Blick über über Küste. Mal sind es kantige Klippen, ein anderes Mal weitläufige Sandbuchten. Zum Ende des Drives gelangt man wieder an den Rand des Connemara, in die Stadt Westport.

6. Tag, Donnerstag 04.06.1998
Eine wunderschöne Küstenstraße erwartet uns auf unserem Weg über Donegal nach Letterkenny. Über Ballina folgen wir der Hauptstraße und durchqueren wieder einmal "nur" Sligo. Wer weiß, ob wir es jemals schaffen, hier auch noch mal einen Tag zu verbringen. Ab Sligo haben wir erst mal keine größeren Städte mehr zu befürchten und es wird wieder ruhiger. Wir treffen in dem mondänen Badeort Bundoran ein. Bundoran ist nicht unbedingt eine Sehenswürdigkeit, erst recht nicht in der Hauptsaison. In den Häusern links und rechts der Straße befinden sich Spielhöllen, Restaurants und Pubs. Auf einer großen Wiese zwischen der Stadt und dem Meer befindet sich eine riesige Kirmes. Glaubt mir, im Sommer ist hier die Hölle los und man glaubt nicht, dass man sich noch in Irland befindet. Dennoch ist es schön, oberhalb der Küste entlangzuwandern. Von hier aus hat mein einen tollen Panoramablick über den Atlantk und den Küstenverlauf. Unsere Fahrt geht weiter über Donegal direkt nach Letterkenny. Die Landschaft hier oben im Donegal wird zunehmend karger. Eine gut ausgebaute Straße, wohl speziell für den Transitverkehr nach Nordirland ausgebaut, führt durch eine einsame Landschaft. Karge Gebirgszüge, Seenlandschaften und Waldgebiete wechseln einander ab. Und da taucht im Tal endlich Letterkenny auf. Eine Enttäuschung: die Stadt ist vom Transitverkehr geprägt. Es ist laut, dreckig und es geht hektisch zu. Es dauert schon eine geschlagene viertel Stunde, bis wir endlich einen Parkplatz finden um uns in Ruhe weiter zu orientieren. Die Entscheidung ist schnell getroffen: hier wollen wir nicht bleiben. Wir sehnen uns nach einem ruhigen Städtchen an der Küste. Unsere Wahl fällt auf Rathmullan. Warum, wissen wir selber nicht so genau. Im Reiseführer wird vor allem die Landschaft hervorgehoben. Wir setzten also unsere Reise fort, durchqueren einige verträumte Dörfer und landen schließlich im vertäumtesten all dieser Dörfer, Rathmullan. Nachdem wir bei strahlend blauem Himmel unser Lager in einem B&B aufgeschlagen haben, zur Begrüßung wurden uns Tee und Kekse serviert während man uns bestaunte als ob es hier noch keinen Deutschen hin verschlagen hätte, erkundeten wir das nähere Umland. Und so wurde uns schnell klar, warum gerade dieser Ort in Zusammenhang mit der schönen Landschaft erwähnt wurde. Rathmullan liegt am Lough Swilley, einem der Meeresarme die ins Landesinnere hinein ragen. Ein ewig langer Strand zieht sich die Küste nordwärts entlang in Richtung Meer. Das Ufer ist bewaldet und alle hundert Meter trifft man auf eine mehr oder weniger große Villa mit einem riesen Anliegen. Ein ideales Fleckchen für Großstädter die ihre Ruhe suchen. Der Ort selber ist genau so ruhig. Eine kleine Poststation, ein kleines Lebensmittelgeschäft, die winzige Dorfschule, schnuckelige Häuschen, einige Reihenhaussiedlungen und zwei Pubs. Alles deutet ein wenig auf Genügsamkeit aber auch Armut hin. Dazu völlig unpassend der Seegelboothafen, allerdings wiederum passend: ohne Boote. Wir haben einige Probleme mit der Verständigung. Man spricht zwar englisch aber irgendwie bekommen die Leute hier die Zähne nicht auseinander und so kommt ein föllig unverständliches Genuschel heraus. Ich kann Pint nicht mehr von Pound unterscheiden...

7. Tag, Freitag 05.06.1998
Tja, es ist Halbzeit. Kein Grund für ein Resumé der vergangenen Woche, einfach nur eine Feststellung wie schnell doch die Zeit wieder vergangen ist. Uns juckt schon wieder der Hintern. Der Trieb, dauernd weiter zu müssen (wollen), wird lästig.Wir fahren die Küstenstraße weiter. Es ist eine Panoramastraße. Ein toller Aussichtspunkt jagt den anderen und dass bei wieder allerbestem Wetter.
Man glaubt kaum, dass man sich noch in Irland befindet. Türkis schimmert das Meer, verträumte und leere Sandbuchten, im Landesinneren ebenso türkis schimmernde Seen, so kann Irland also auch sein. Wir tasten uns vor bis zum Farad Head, der äußersten Spitze des Lough Swilly. Die traumhafte Küstenlandschaft zieht sich nun in südwestlicher Richtung fort. Auf den kleinen schlecht ausgeschilderten Straßen verlieren wir so langsam die Orientierung und wissen plötzlich nicht mehr wo wir sind, noch wo wir hin müssen. Reine Glücksache, dass wir doch noch ein Hinweisschild auf Letterkenny finden.
Der Küstenstraße folgend fahren wir zu unserem heutigen Tagesziel, Dungloe. Bei leider immer schlechter werdendem Wetter finden wir immer wieder atemberaubende Aussichtspunke. Wenn das Wetter nur besser wäre und vor allem nicht so diesig... Dungloe soll nun endlich unser Stützpunkt für die kommenden Tage werden. Wieder einmal lässt das B&B nichts zu wünschen übrig. Ein wenig außerhalb des Ortes an einem See gelegen garantiert die Unterkunft ruhige Nächte.

8. Tag, Samstag 06.06.1998
Am Vormittag bleibt das Auto endlich einmal stehen. Der Ort und die Umgebung locken zu einer ausführlichen Erkundung, wenn auch bei Nieselregen. In Dunglow gibt es einige Craftshops und ein paar Pubs. Und gerade in Dunglow merkt man, dass der Fortschritt auch im hintersten Teil Irlands Einzug gehalten hat und zwar gerade bei der jüngeren Befölkerung. Es wird die aktuelle, bei den Mädels teilweise ganz schön aufreizende Mode bevorzugt, wir sind erstaunt.
An diesem Wochenende gab es in allen Pubs in irgend einer Form Livemusik zu hören; keine irische Folksmusik, sondern moderne internationale Rockmusik vom feinsten. Ob das nun gut oder schlecht ist, sollte jeder selber entscheiden - ich finde, Hauptsache die Stimmung ist gut. Der Nachmittag sollte dann wieder für einige weitere Ausflüge herhalten. Da wir 1994 bereits eine Woche im County Donegal verbrachten, damals bewohnten wir für eine Woche ein Cottage in Ardara, wollten wir noch einmal alte Erinnerungen aufleben lassen. So fuhren wir also über Portnoo nach Ardara. Erstaunlicherweise hat sich hier in den verganngenen vier Jahren gar nichts geändert. Die Pubs waren die gleichen, ein weiterer Pflichtbesuch bei Nancy's folgte. In dem gemütlichen Pub, welches sich bis in die Privatgemächer des Besitzers erstreckt, bekommt man neben den üblichen Getränken und Snacks vor allem edle Fischgerichte. Es wird täglich in Killybegs, einem nahegelegenen Fischereihafen, frischer Seefisch eingekauft. In den nahe gelegenen Seen gibt es reichlich Lachs, der täglich in den verschiedensten Variationen fangfrisch serviert wird. Ich kann also nur jedem, der einmal hier ist, empfehlen einen Abstecher nach Nancy's zu
machen. Weiter geht die Fahrt zum Maghera Beach. Ein schöner großer Strand, dessen Sehenswürdigkeit allerdings ein Höhle oberhalb des Strandes im Felsen ist. Bevor man den Strand erreicht, passiert man den Essaranks-Wasserfall, der um diese Jahreszeit und bei den Regenfällen der vergangenen beiden Tage besonders viel Wasser nach unten befördert. Auf dem weiteren Weg zu den Slieve League machten wir noch einen Abstecher bei unserem ehemaligen Cottage. Das Regenbogen-Foto entstand vor dem Haus in einem der wenigen lichten Momente an diesem Nachmittag. Gegen abend wurde das Wetter wirklich besser und so konnten wir uns doch n och zu Fuß in die Stadt trauen. Das übliche stand an, Ihr wißt schon...


Noch einige Ausflugstips:

  • 1994 haben wir uns in Ardara das oben abgebildete Cottage für eine Woche gemietet und Ausflüge in die nähere Umgebung von von Ardara unternommen. Ganz in der Nähe bei Port Noo gibt es ein gewaltiges Ringfort, welches in einem See auf einer Insel liegt. Außerdem findet man in dieser Gegend etliche Steingräber. In süd-östlicher Richtung gelangt man nach Kilybegs, dem größten Fischereihafen im Donegal. Nich weit davon entfernt befinden sich die Slieve League, die höchsten Cliffs in Europa. Der Aufstieg ist sehr anstrengend, aber die Aussicht dort oben lohnt es. Da der Wanderweg hinauf fast immer am Rand der Cliffs verläuft, sollte man recht vorsichtig sein.


9. Tag, Sonntag 07.06.1998
Aus unserem vorletzten Tag in Dunglow wurde schnell unser letzter Tag, als wir morgens aus dem Fenster sahen. Der Wetterbericht, den wir übrigens jeden Abend in einem Pub verfolgten, kündigte das weiterhin schlechte Wetter bereits an. Der Tagesausflug in den Glenveagh Nationalpark wurde auf einen halben Tag reduziert, so daß wir am Nachmittag in Donegal (der Stadt) eintrafen. Der Park ist etwa 10.000 ha groß und besticht vor allem durch seine reizvollen Gärten, die direkt bei einem Castle liegen. Diese Hauptatraktion kann man zu Fuß erreichen oder aber sich von einem der vielen kleinen Busse fahren lassen. Man sollte zumindest eine Strecke zu Fuß zurück legen, um sich in Ruhe die herliche Landschaft betrachten zu können. Neben den Gärten beim Castle befindet sich im direkten Anschluß noch ein weiterer Garten mit Skulpturen.
Donegal liegt an der Donegal Bay und ist Verwaltungssitz der Grafschaft Donegal. Hier mündet auch der River Eske in den Atlantik. Der Ort und seine Umgebung haben einiges zu bieten. Die eindrucksvolle Ruine "Donegal Castle" befindet sich direkt am River Eske. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs wurde das Castle gerade restauriert.

Direkt an der Mündung des River Eske befinden sich die Reste der Donegal Abbey, einem Franziskanerkloster aus dem 15. Jh. Die "Vier Meister", Michael O'Clery und seine Gehilfen haben hier ihre Annalen (Annals of the four Masters) verfaßt. Ihnen zu Ehren befindet sich auf dem Marktplatz ein Obelisk.

1o. Tag, Montag 08.06.1998
Es hat sich so richtig eingeregnet. Die vergangenen Tage waren ja schon nicht gerade der Hit, aber der heutige Tag überschreitet die Schallmauer. Das wußten wir natürlich an diesem Morgen noch nicht. Wir suchten während des Frühstücks wie schon in den vergangenen Tagen nach einer lichten Stelle in der Wolkendecke. Nur gab es dieses Mal keine Anzeichen auf Wetterbesserung, nein ganz im Gegenteil, die Bindfäden wurden immer dicker. Und so verbrachten wir wirklich den ganzen Tag bis auf ein paar Kaffeepausen im Auto. Erst als wir unserem Ziel näher kamen, der Nordküste, wurde es erträglicher. Ja, es wurde sogar richtig schön, als wir in Kells, nachdem wir in einem B&B eingecheckt hatten noch eine kleine Stadtbesichtigung veranstalteten. In einem Pub konnten wir sogar auf der Terasse hinter dem Haus zu abend essen. Trotz aller Autofahrerei gab es natürlich auf diesem Teilstück von Donegal nach Kells einiges zu sehen. Welch ein Glück, daß ich mich vor einigen Jahren schon einmal in dieser Gegend aufgehalten habe.

Noch einige Ausflugstips:
  • Auch das Landesinnere hat einiges zu bieten. Auf unserer Route lag z.B. Carrick on Shannon. Es ist quasi "der" Start-oder Endpunkt für eine Bootstour auf dem Shannon. Der Ort selber ist eher unscheinbar, dafür liegt er in einer fantastischen, naturbelassenen Landschaft umgeben von Seen. Etwas weiter gelangt man nach Boyle. Sehenswert ist hier eine alte Abtei. Einige Kilometer außerhalb der Stadt befindet sich ein Erholungsgebiet. Ein riesiger Park und einige Seen, die man auch mit dem Boot erreichen kann. Auf einem dwer Seen befindet sich auf einer Insel ein altes Castle, welches besichtigt werden kann. Hinüberrudern muß man allerdings selber.
11. Tag, Dienstag 09.06.1998
Ein weiterer Höhepunkt wartet auf uns: das Boyne-Tal. In diesem Tal, benannt nach dem River Boyne findet man Sehenswürdigkeiten aus den verschiedensten Jahrhunderten. Höhepunkt ist jedoch Brú na Bóinne, wo es einige Ganggräber zu bewundern gibt. Es ist garnicht einfach, das Fleckchen zu finden und wir freuen uns schon: denn was nicht gut ausgeschildert ist, ist meistens nicht gut besucht. Aber getäuschet: die Hölle ist los und es beginnt wieder mal zu regnen. Ausflug ins Boyne-Tal


Der Tag endete schließlich wenn auch ungewollt in Skerries, einem kleine Vorort von Dublin. Irgendwie hatten uns die Regentage etwas gestreßt und so suchten wir nach einem ruhigen Ausklang unseres Urlaubes. Da wäre eine Unterkunft im Zentrum von Dublin das wohl denkbar ungünstigste gewesen. Zumal man auf Grund der sehr guten öffentlichen Verbindungen Dublin problemlos von außerhalb erreichen kann. Übrigens ist das B&B hier in Skerries die erste Unterkunft, die uns auf unserem Zimmer einen Fernseher bietet.
Skerries ist ein kleiner gemütlicher Fischerort. Das Zentrum ist geprägt durch viele kleine Geschäfte und gemütliche Pubs. Entlang der Hafenmole steht eine Reihe bunter Häuser, in denen Hotels, B&B's, Pubs und Restaurants untergebracht sind. Durch die Hafennähe ist der Fisch in den Pubs und Restaurants ganz besonders frisch und lecker. Man sollte unbedingt einmal einen dieser leckeren Meeresfrüchtesalate, bestehend aus Fisch, Krabben, Langostinos und Krebsfleisch, angerichtet mit grünen Salat und Tomaten, zu sich nehemen.

12. Tag, Mittwoch 10.06.1998
Wir wollen erst noch einmal ausspannen und verschieben unseren ersten Dublinbesuch noch um einen Tag. Statt dessen erkunden wir die Umgebung und besuchen vorab schon einmal den Flughafen um zu sehen, ob mit unserem Rückflug alles klar geht (das hatte man uns in Deutschland so empfohlen), vor allem aber wollen wir wissen, wo wir unser gemietetes Auto abstellen müssen und welche Formalitäten denn noch zu erledigen sein. Das wäre ja alles kein Problem, wenn wir nicht schon früh morgens um 5.30 Uhr am Airport sein müßten - HORROR !! Weiter westlich befindet sich der kleine Badeort Malahide. Er besitzt einen schönen Badestrand.
Entlang der Küstenstraße führt ein schöner Wanderweg nach Portmarnock und weiter, bis man schließlich nach Howth gelangt. An den Wochenenden ist es hier allerdings rappelvoll, denn die etwas betuchteren Dubliner besitzen hier ihr Wochenenddomiziel. Den restlichen Tag statteten wir einigen umliegenden Dörfern unseren Besuch ab und sammelten am Strand von Rush Muscheln.

13. Tag, Donnerstag 11.06.1998
Wie praktisch, daß Skerries über einen Bahnhof verfügt. So gelangen wir auf direktem Wege ins Zentrum von Dublin. Ich bin ja überhaupt kein Freund von Großstädten. Wenn es denn nicht anders geht, na gut... aber sonst lieber nicht, weil es einfach zu laut und zu hektisch ist, geschweige denn die ganzen Autoabbgase. Und warum sollte es gerade in Dublin anders sein? Also stürzen wir uns hinein ins Getümmel. Voller Spannung fuhren wir also mit dem Zug durch die Vororte und näherten uns dem Zentrum. Beim Verlassen des Zuges waren wir wirklich mitten drin und mußten uns erst einmal orientieren. Dafür, daß wir nur wenige hundert Meter vom Trinity College entfern waren, hat es dann immerhin eine geschlagene Stunde gedauert, bis wir das auch verstanden haben. Natürlich hat uns hier der "long Room" und das "Book of Kells" brennend interessiert. Leider ist es verboten, hier Fotos zu machen, so haben wir uns mit einigen Postkarten weiter geholfen, die an dieser Stelle aus rechtlichen Gründen ebenfalls nicht gezeigt werden dürfen. Weiteres hierzu erfahrt Ihr weiter unten im Dublin Spezial.

Weiter ging es in die Grafton Street, die Einkaufsmeile in Dublin. Große Kaufhäuser und exclusive Mode- und Schmuckläden wechseln hier einander ab. Nichts für Leute wie uns, die nur einen kleinen Geldbeutel zur Verfügung haben. Statt dessen setzten wir uns zur Mittagszeit bei gutem Wetter auf die Terasse eines Cafes und schauen dem geschäftlichen Treiben der Leute zu, bevor wir selber mit ein paar Sandwiches und einigen Säften bewaffnet im St. Stephan's Green eine Pause einlegen. Der Nachmittag gehört dann den Seitengassen in denen wir z.B. einen überdachten Trödelmarkt oder diverse Antiquitätenhändler aufspüren. Ehrlich gesagt, unter den "ganz normalen Menschen" fühlen wir uns wohler. Und immerhin hat man die Möglichkeit auch mal etwas kaufen zu können ohne sich gleich über irgendwelche finanziellen Konsequenzen Gedanken machen zu müssen. So vertrödelten wir also dann unsere Zeit und der erste Tag in Dublin näherte sich seinem Ende. Der Abend in Skerries verlief nun wie jeder Abend: lecker Essen gehen und anschließend einige Pints... Ich glaube, über die ausgezeichnete Meeresküche hier in Skerries habe ich mich bereits ausgelassen!

14 Tag, Freitag 12.06.1998
Es geschah, was nicht geschehen sollte. Ich hatte mir eine hammerharte Grippe eingefangen. Wie und wo? Keine Ahnung aber es ging mir schlecht genug um nicht mit nach Dublin fahren zu können. Da wir die Absicht hatten schon sehr früh am Flughafen einzutreffen, hielten wir es denn nicht für nötig, noch für eine Nacht unser B&B anzumieten. Wir wollten die letzten Stunden im Auto verbringen, damit wir auch ja zeitig am Flughafen sein würden und in Ruhe alles erledigen konnten.
So brachte ich also Gabi zum Bahnhof um sie dann am Nachmittag wieder abzuholen. Ich selbst stellte mich mit meinem Auto auf den Parkplatz und döste in der angenehm warmen Sonne. Neugierig wurde ich, als die Fischerboote wieder in den Hafen einliefen. Ich glaube, so viele Krabben auf einmal habe ich noch nie gesehen. Direkt nach dem Einlaufen der Boote fingen die Besatzungen der Fischerboote an die Krabben auszupulen um sie anschließend gleich in Kühlwagen zu verfrachten. Die Abfälle die ins Meer gekippt wurden, lockten wiederum Seehunde an. Ich wuste gar nicht, daß es so etwas an der irischen Küste gibt.

Da ich Euch ja nun den zweiten Tag in Dublin nicht mehr präsentieren kann, habe ich beschlossen, Euch noch ein Special zu liefern. Dieser zweite Tag wurde natürlich nachgeholt, in Form von drei Tagen im Mai 1999. Wir hatten also etwas mehr Zeit. Gesehen haben wir immer noch nicht alles. Es macht aber keinen Spaß nur der Sehenswürdigkeiten wegen durch die Stadt zu hetzen. Somit also meine Eindrücke aus insgesamt drei Tagen in meinem Dublin Spezial in einer Flash-Version.

Keinen Flash-Player? Ihr erhaltet es hier


15 Tag, Samstag 13.06.1998
Zu berichten gibt es nur noch, daß wir nur ungerne wieder nach Hause fliegen. Ich war sicher nicht daß letzte Mal in Irland, wie sich ja schon ein Jahr später zeigte, wenn auch nur für einige Tage. Leider kann ich heute noch nicht absehen, wann es wieder mal so weit ist. Aber der Tag wird kommen...

[nach oben] © September 1998, J. Linge
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