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Reiseberichte
Bretagne, Le Verger - Cancale (Gr 34 - Le Sentier des douaniers) -1996
Sentier des douaniers oder auch Chemin de ronde - so nennt sich der ca. 11 km lange Wanderweg entlang der Steilküste zwischen Cancale, der im Norden gelegenen Pointe du Grouin und der Anse du Verger im Westen. Hierher zieht es uns seit einigen Jahren immer wieder hin. Seit 1989 schlagen wir nun zum vierten Mal unser Zelt in Le Verger, einer ruhigen Badebucht nahe Cancale auf. Unsere ersten 10 Tage haben wir in Lesconil, einem kleinen Fischerdorf im südwestlichen Finistère verbracht, nun zieht es uns für weitere 10 Tage zurück nach Cancale. Einen ausgesprochen stürmischen Vortag haben wir während unserer Schiffstour nach Jersey erlebt, an unserem heutigen Wandertag erinnern nur noch ein paar Wellen und ein böhiger Wind an das Grauen des Vortages.


Vom Campingplatz "Le Blois Pastelle" müssen wir einige hundert Meter entlang der Strasse marschieren, bevor wir auf den kleinen Pfad stossen, der uns zur Bucht hinunter bringt. Oberhalb der Badebucht verläuft der GR 34 von St. Malo aus kommend. Der Weg führt uns größtenteils dicht an den steilen Klippen entlang weiter nach Osten. Das Wetter ist sehr gut, die Sicht aber leider ein wenig trüb, trotzdem wird immer wieder eine großartige Aussicht von der nächsten getoppt. Schon bald sind wir mit der Natur im Einklang. Nur sehr wenige Wanderer begegnen uns und bald hören wir nur noch das Geschrei der Möwen und Kormorane, untermalt vom Geräusch der tosenden Wellen die gegen die Felsen krachen.
Der schmale Wanderpfad führt in regelmäßigen Abständen hinunter zum Wasser wo wir kleine unberührte Badenbuchten vorfinden, die nur über diesen Weg zu erreichen sind.


Oberhalb der Felsen legen wir eine erste kleine Rast ein. Auf einer Felsplatte lassen wir uns hinter einem windgeschützten Felsen nieder. Der Duft des blühenden Ginsters wirkt betäubend und fast schlafen wir ein. Eine kreischende Möwe fliegt dicht über unsere Köpfe hinweg und reißt uns aus unseren Träumen.
Nach ca. 2 Stunden erreichen wir unser erstes Ziel, die Pointe du Grouin. Nahe der äußersten Spitze befindet sich ein auf der kleinen vorgelagerten Île des Landes ein Vogelschutzreservat. Die Unwirtlichkeit für den Menschen schützte die Insel vor nachhaltigen Besiedlungsversuchen, so daß hier ein Paradies für Seevögel entstehen konnte.


Das ornitholigische Reservat auf der Insel beherbergt unzählige Möwen (vor allem Silber- und Heringsmöwen), Austernfischer, Brandgänse, Kormorane und Krähenscharben. Das lebhafte Treiben der Vögel auf und vor der Insel kann von dem auf der Pointe du Grouin gelegenen Bunker, der als Teil des Atlantikwalls von den deutschen Besatzern hinterlassen wurde, mit fachkundiger ornithologischer Beratung beobachtet werden. Starke Fernrohre werden hierfür kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Zutritt zur Insel mit seinem Vogelreservat ist verboten. Auch hier legen wir eine Rast ein und beobachten das Treiben der Hobbyornithologen.

Weiter geht es auf dem zweiten Teilstück nach Cancale. Wir haben die "Zivilisation" wieder erreicht. Schon bald erreichen wir die Ausläufer der Stadt Cancale. Großzügige Villen, kleine Naturhäfen und winzige Badebuchten wechseln einander ab. Schneller als uns lieb ist, stehen wir plötzlich über die Stadt mit Blick auf die Austernbänke und die Hafenpromenade. Hier reihen sich Restaurant an Restaurant; Austern- und Meeresfrüchtespezialitäten laden zum Verweilen ein. Das Angebot ist zu verlockend um "Nein" zu sagen und so finden wir schnell zu einem unplanmäßigen Abendesen.
[nach oben] © April 2009, J. Linge
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